Reto Walther

 

"In der Gewalt der Mudschaheddin"

Tagebuch einer Sahara-Geisel

 

Lesung und Erzählung mit anschliessendem Apéro

Kollekte

 

Über Entführungen liest man in der Zeitung oder sieht die schrecklichen Bilder im Fernsehen. Kaum einer kennt persönlich Betroffene.

 

2003 hält das Sahara-Geiseldrama die ganze Welt in Atem. Im Süden Algeriens bringen bewaffnete Mudschaheddin 15 Europäer in ihre Gewalt. Nach unendlich langen 177 Tagen kommt die Reisegruppe am Abend des 18. August 2003 endlich frei. Eine Geisel überlebt die Strapazen nicht.

 

Abgeschnitten von der Umwelt, bedroht und schlecht ernährt wurden die unschuldigen Touristen in Gefangenschaft gehalten. Nebst den traumatischen Erlebnissen, der Verzweiflung und der allgegenwärtigen Angst beschäftigen sich die Geiseln in Gedanken mit den Angehörigen zu Hause.

 

Um dem Wahnsinn für Momente zu entfliehen, schreibt Reto Walther die Eindrücke und Erlebnisse in Tagebuchform nieder. Sein chronologisch aufgebauter Bericht dokumentiert die permanenten Konfrontationen zwischen den Geiseln und den Entführern und skizziert eindrücklich die enormen Unterschiede zwischen den ultra-islamischen und den europäischen Kulturen und Wertesystemen.

 

Das Buch lebt nicht von dem reisserisch Sensationellen, sondern von dem authentisch Erlebten und dem Alltäglichen in dieser dramatischen Lebenssituation: So notiert Reto Walther, was es zu essen gibt und welch schlechtes Wasser sie trinken müssen, wie sie die Zeit totschlagen und unter dem endlosen Warten in der Hitze, dem psychischen Druck und Verletzungen leiden.

 

Wie das Leben in Gefangenschaft verlief und was ihn beschäftigte, wo er Halt fand und wie man die Hoffnung nicht verliert, wird Reto Walther an der Lesung erzählen und mit Bildern untermalen.

 

 

 

Nicole Knörr

 

Magere Jahre

 

Wie ich meine Essstörungen überwand

 

Mit 13 Jahren beginnt Nicole Knörr, immer weniger zu essen. Sind es zunächst immer dünner werdende Brotkrumen oder einzelne Löffel Joghurt, nimmt sie mit Fortschreiten ihrer Magersucht täglich nur noch 300ml fettfreie Bouillon zu sich. Damit kann man nicht überleben. Als ihre Körpertemperatur auf unter 34 Grad sinkt und sie nichts mehr spürt als innere Knochenkälte, wird sie notfallmässig in eine Klinik eingeliefert. Ein Tag später hätte zu spät sein können.

 

 

Doch die heute Zweiundzwanzigjährige ist eine Kämpferin. Sie überwindet ihre Krankheit und mehrere Rückschläge und will heute Psychiaterin werden, um anderen Betroffenen zu helfen. In unter die Haut gehenden Szenen und èErzählpassagen vermittelt sie dem Leser, was im Kopf einer Magersüchtigen vor sich geht und warum es so schwer ist , "einfach wieder zu essen".